Die Stadt Zürich macht ernst im Kampf gegen Business-Apartments und Airbnbs. Nach dem Entscheid des Bundesgerichts im Juni treten bereits mit dem 1. September die neuen Regelungen in Kraft, teilt die Stadt am Dienstag mit.
Konkret geht es um die Teilrevision der Bau- und Zonenordnung (BZO) mit dem Namen «Nichtanrechenbarkeit an Wohnanteil». Befristet vermietete Wohnungen wie Airbnbs und Business-Apartments dürfen somit künftig nicht mehr an den Mindestwohnanteil einer Liegenschaft angerechnet werden.
DIE
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Gilt etwa für ein Haus mit zehn Wohnungen ein Mindestwohnanteil von 80 Prozent, so dürfen künftig nur noch maximal zwei Wohnungen kurzfristig vermietet werden. Bis vor dem Bundesgerichtsentscheid war es erlaubt, die gesamten zehn Wohnungen auf Airbnb zu vermieten.
Stadt schafft neue Stellen
Von der Regelung ausgenommen bleibt die gelegentliche Untervermietung der eigenen Wohnung. «Im Fokus stehen dauerhaft kommerziell genutzte Wohnobjekte», betont die Stadt.
Für die Umsetzung der neuen Regelungen will die Stadt fünf neue Stellen schaffen. Bauherrschaften müssen künftig schon im Baugesuch deklarieren, welche Mietdauer für die Wohnung gelten soll. Auch für Nutzungsänderungen – etwa die Umwandlung einer Wohnung in ein Business-Apartment – braucht es künftig ein Baugesuch.
AL will über 1000 Adressen übergeben
Die Alternative Linke (AL), deren Alt-Gemeinderat Niklaus Scherr im Jahr 2009 den Anstoss für die Gesetzesänderung gegeben hatte, schrieb im Juni: «Die Zeit des Trödelns ist vorbei» und hatte eine Taskforce für die Umsetzung gefordert. Ausserdem hatte die Partei angekündigt, der Stadt eine Liste mit über 1000 Adressen zu übergeben, die aktuell als Airbnbs oder Business-Apartments genutzt werden. Niklaus Scherr hatte gegenüber Tsüri.ch nach dem Bundesgerichtsurteil von einer «grossen Genugtuung» gesprochen.
Die Zahl kurzfristig vermieteter Apartments ist in den vergangenen Jahren stark gestiegen, inzwischen liegt sie über 5300, was mehr als zwei Prozent des gesamten Wohnungsbestands ausmacht. Im Werdquartier im Kreis 4 machen sie inzwischen mehr als 8 Prozent des Wohnungsbestands aus, im Hochschulquartier sogar fast 15 Prozent.
Verbrechen Airbnb am 8.9.2026:
Massenproteste und Aktionen gegen
Airbnb-Massentourismus in Spanien, Portugal,
Griechenland, Frankreich, Italien, Japan und
Mexiko etc.:
Einheimische sind wütend:Touristen werden umringt
und angeschrien - Frust, Hass und Selbstjustiz:
Der globale Protest gegen den Massentourismus
eskaliert
https://www.blick.ch/wirtschaft/frust-hass-und-selbstjustiz-der-globale-protest-gegen-den-massentourismus-eskaliert-id22239392.html
Martin SchmidtRedaktor
Wirtschaft -- Die Schweizer
reisen gerne, doch weltweit wächst der Druck durch
Massentourismus. 2025 gab es 1,5 Milliarden
internationale Übernachtungsgäste – ein Rekord!
Doch wütende Proteste zeigen: Für viele
Einheimische wird das Leben unbezahlbar.
Weltweit steigen Tourismuszahlen:
1,5 Milliarden Übernachtungen 2025, Rekord erwartet
Spanien erreicht erstmals 100
Mio. Touristen; Proteste gegen Massentourismus
eskalieren
Santorin: 3,4 Mio. Touristen
jährlich bei 15'000 Einwohnern; Infrastruktur
überlastet
Die Schweizer Bevölkerung zählt zu den
reisewütigsten überhaupt: Die Mehrheit der
Bevölkerung plant pro Jahr mindestens zwei
Auslandstrips ein. Doch die obere Mittelschicht in
anderen Ländern holt massiv auf und treibt die
Übernachtungszahlen von internationalen Gästen in
den Tourismushotspots immer weiter in die Höhe.
Gemäss dem Uno-Tourismusbericht erreichte der
globale Tourismus im letzten Jahr mit über 1,5
Milliarden Übernachtungsgästen ein historisches Hoch
– in diesem Jahr winkt gleich der nächste Rekord.
Die Proteste gegen den Massentourismus werden immer
lauter. Aber auch digitale Nomaden, also Menschen
mit Jobs, die sie von überall auf der Welt
verrichten können, stossen zunehmend auf Ablehnung.
Spanien
Spanien ist quasi das Epizentrum der Proteste: In
diesem Jahr wird das Land erstmals die Schallmauer
von über 100 Millionen ausländischen Touristen
durchstossen. Auf Ibiza besetzten Demonstranten an
diesem Wochenende die berühmte Badebucht Cala
Saladeta, verteilten Wassermelonen an Einheimische
und blockierten den Zugang für ausländische Gäste,
wie mehrere internationale Medien berichten. Der
Grund für den Protest: Das ausbeuterische
Tourismusmodell mache das Leben für die
Einheimischen unbezahlbar.
Erst vor einer Woche bildeten Einheimische auf
Mallorca auf Klappstühlen sitzend eine
kilometerlange Sitzkette. Die symbolische Botschaft
dahinter: Das ist eine Warteschlange für eine
Mietwohnung in Palma! Ende Juli protestierten auf
der Insel mehrere Zehntausend Einheimische unter dem
Slogan «Mallorca am Limit».
In Barcelona richteten sich die seit Jahren
anhaltenden Proteste jüngst gegen die geplante
Erweiterung des Flughafens, an dem die Kapazitäten
künftig auf bis zu 70 Millionen Passagiere pro Jahr
erhöht werden sollen. Der Slogan: «Kein einziger
Tourist mehr». Treffen Demonstranten in Barcelona
auf Touristen, kommt es teils zu wüsten
Beschimpfungen.
Portugal
In der Hauptstadt Lissabon ist das Verhältnis der
Mieten zu den Löhnen völlig aus den Fugen geraten.
Gemäss dem Portal Euronews liegt der Preis für ein
WG-Zimmer mittlerweile im Median bei über 500 Euro –
der Mindestlohn liegt nur geringfügig darüber. Das
hohe Mietzinsniveau löst regelmässig grosse
Protestwellen aus.
In Lissabon wurden ganze Häuserzeilen in Airbnbs
verwandelt. Seit Ende des letzten Jahres geht die
Stadtregierung immer rigoroser gegen die
Kurzzeitvermietung vor. So dürfen maximal zehn
Prozent des Wohnraums in einem Stadtteil
Ferienwohnungen sein. In diesem Jahr wurden zudem
rund 40 Prozent der Kurzzeitvermietungslizenzen
ersatzlos gestrichen. Anbieter weichen deshalb
verstärkt ins Segment mit mehrmonatigen
Mietverträgen aus. Sprich: Sie vermieten an digitale
Nomaden, also Leute, die von überall her arbeiten
können, und für die Lissabon nach wie vor relativ
günstig ist.
Griechenland
Auch in Griechenland werden die Haushalte von den
Wohnkosten erdrückt. Gemäss Eurostat-Daten müssen
Familien häufig rund 40 Prozent ihres gesamten
Nettoeinkommens allein fürs Wohnen ausgeben. Das
Tourismusland erlebt eine generelle Kaufkraftkrise –
die im völligen Kontrast zu den touristischen
Rekordmeldungen steht. An diesem Wochenende gingen
in Thessaloniki über 25'000 Menschen auf die
Strasse, wie ABC News berichtet. Die Probleme sind
vergleichbar mit anderen Mittelmeerstaaten:
Plattformen wie Airbnb und Booking blühen und die
Regierung hat an reiche Nicht-EU-Bürger goldene
Visas verschenkt – vorausgesetzt, sie kaufen eine
Immobilie. Auch in Athen wurden die Einheimischen im
grossen Stil aus dem Zentrum verdrängt.
In Griechenland gibt es auch heftige Proteste gegen
den Kreuzfahrt- und Overtourismus. Im Juni legten
die Busfahrer auf Santorini ihre Arbeit kollektiv
nieder. Rund 3,4 Millionen Gäste landen jährlich auf
der schönen Ferieninsel mit ihren rund 15'000
Einwohnern. Die Kritik der Einheimischen: Die
Infrastruktur platzt aus allen Nähten. Überfüllte
Strassen, Massenpanik in den weltberühmten Gassen
von Oia, Wassermangel und überall liegt Abfall. Die
Regierung hat unter anderem eine Eintrittsgebühr für
Kreuzfahrtpassagiere eingeführt und den Landgang auf
8000 Passagiere pro Tag begrenzt. Auch ein Bauverbot
für neue Hotelbetriebe ist vorübergehend in Kraft.
Frankreich
Unser Nachbarland ist nach wie vor das am meisten
besuchte Land der Welt. Tiktok- und Instagram-Trends
führen dazu, dass einzelne Destinationen wie derzeit
Marseille komplett überrannt werden. Gemäss dem
französischen Wirtschaftsmagazin «Capital» kam es
erst im August zu heftigen Protesten, weil die
Lebensqualität der Einheimischen schwindet. In
Marseille gibt es mittlerweile über 13'000
Airbnb-Wohnungen. Die Touristenmassen überfüllen die
Strände, machen Parkplätze zur Mangelware und
treiben die Lebensmittelpreise in die Höhe.
Auch in Paris und Nizza gingen die Menschen in
diesem Jahr bereits mehrfach auf die Strasse. Ihre
Kritik: Die historischen Viertel verwandeln sich in
Touristen-Kulissen und es gibt kaum noch bezahlbaren
Wohnraum. Wie in den letzten Jahren sabotieren
frustrierte Bürger zudem die Schlüsselboxen bei
Airbnb-Wohnungen. Zu solchen Vandalenakten greifen
auch die Einheimischen im kroatischen Split.
Italien
In Italien gehen vor allem die jungen Menschen in
Städten wie Mailand, Bologna, Rom und Florenz auf
die Strassen. Mailand gilt als teuerste Stadt des
Landes, wo es für junge Menschen praktisch keinen
bezahlbaren Wohnraum mehr gibt. Der politische Druck
hat die Regierung dazu veranlasst, schärfere Regeln
zu verabschieden. Wer mehr als drei Wohnungen auf
Plattformen wie Airbnb anbietet, wird steuerlich neu
als Gewerbe eingestuft. Das soll Druck vom
Wohnungsmarkt wegnehmen.
In Rom, Venedig und Florenz kommt es zudem
regelmässig zu Protesten für den Schutz des
historischen Erbes. Millionen von Touristen pilgern
durch die Gassen und zu Stätten wie dem Kolosseum in
Rom. Dabei kommt die Infrastruktur an ihre Grenzen.
Japan
Auch in Japan lösen die Touristenrekorde immer
drastischere Gegenreaktionen aus. Der historisch
schwache Yen sorgt für ein Gästewachstum im
zweistelligen Prozentbereich. Im Frühjahr wurde in
der Stadt Fujiyoshida gar das beliebte
Kirschblütenfest abgesagt, weil sich die Einwohner
über die Müllberge, das Verkehrschaos und das
rücksichtslose Verhalten der Touristen beklagt
hatten. Bei einem beliebten Fotospot mit einem
perfekten Blick auf den Mount Fuji wurde zudem eine
Schutzwand hochgezogen, damit Touristen diese Stelle
nicht mehr für einen Fotostopp blockieren.
Mexiko
In Mexiko-Stadt und in Küstenregionen formieren sich
immer stärkere Proteste gegen die Verdrängung der
Einheimischen. Ausländische Investoren kaufen ganze
Wohnblöcke auf und vermieten diese viel teurer an
digitale Nomaden.