Piemont (Italien) am 15.9.2026: Heidelbeeren
sind wichtige Nahrung in den Alpen:
Heidelbeeren retten ihr Leben: Wanderin (70) überlebt
fünf Nächte allein in den Alpen
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Fünf Tage und Nächte allein in den italienischen Alpen –
bei eisigen Temperaturen und ohne Hilfe: Eine 70-jährige
Wanderin überlebte, indem sie Schutz unter Tannen und in
Felsspalten suchte, Heidelbeeren ass und Wasser fand.
Vermisste 70-jährige Italienerin überlebt
fünf Tage in piemontesischen Alpen
Sie fand Trinkwasser, ass Heidelbeeren
und überstand Temperaturen unter null
Survival Experte Marc Baumann gibt Tipps
zum Überleben in der Wildnis
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Pauline BouillonRedaktorin News Desk
Mit Wasser, Fleecemütze und einem kleinen Rucksack voller
Lebensmittel bricht die 70-jährige Italienerin Anna am 7.
September mit einer Freundin in die piemontesischen Alpen
auf – ein Gebiet, das sie seit Kindertagen kennt. Als ihre
Kollegin wegen Schulterproblemen umkehren muss, geht sie
allein weiter.
Dann zieht ein Gewitter auf. Anna weicht vom Weg ab,
klettert Felswände hoch und flüchtet unter Tannen. Zurück
findet sie nicht mehr. Fünf Tage und Nächte harrt sie in der
Wildnis aus – bei Temperaturen unter dem Gefrierpunkt, wie
«La Guida» berichtet.
«Wir hätten nicht gedacht, sie lebend zu finden»
Als Anna am 8. September nicht heimkehrt, schlägt ihre
Familie Alarm. Retter, Feuerwehr und Carabinieri suchen mit
Helikoptern, Drohnen und Hundestaffel nach der Vermissten.
Höhlentaucher durchkämmen die umliegenden Bergseen nach ihr.
Fünf Tage später die erlösende Nachricht: Retter finden die
70-Jährige am Cima-Tesina-Pass auf über 2000 Metern –
unterkühlt, aber sonst unversehrt. Sie hatte frisches
Trinkwasser gefunden und ihre Lebensmittel rationiert.
Der Einsatzleiter beschreibt, dass die Hände der Geretteten
schwarz gefärbt waren – von den Heidelbeeren, die sie ass.
Er staunt: «Wir hätten nicht gedacht, sie lebend zu finden.»
Die regionale Bergrettung flog die Wanderin ins Spital. Seit
Sonntag ist sie wieder zu Hause.
Tipps vom Survival-Experten
Wie man in der Wildnis überlebt, weiss auch Marc Baumann. Im
Blick-Podcast «Durchblick» hat er konkrete Tipps gegeben.
Entscheidend sind Vorbereitung und Risikoanalyse: «Wie lange
bin ich weg? Welche Gefahren bestehen? Wo bin ich
verwundbar? Welche Ressourcen habe ich?»
Für die Psyche ist eine Notlage schwierig: «Die Ruhe
bewahren ist genau das, was wir Menschen in diesen
Situationen, gerade wenn wir alleine sind, nicht können»,
stellt er klar. Daher müsse genau das trainiert werden – und
zwar vor dem Aufbruch.
Der PLAN
Wer in der Wildnis festsitzt, sollte nach dem PLAN vorgehen,
erklärt Experte Baumann. P steht für Prioritäten und
Protection: «Mein Schutz steht immer zuoberst.» L bedeutet
Location und Localisation. Es geht darum, sich der eigenen
Lage bewusstzuwerden – und das Auffinden zu erleichtern.
A steht für Acquisition, also die verfügbaren Ressourcen:
«Was habe ich zur Verfügung? Und wie lange reichen meine
Ressourcen?» Bleibt N für Navigation: Wie verhalte ich mich
richtig, und vor allem – in welche Richtung gehe ich?
Wer sich konkret auf Notsituationen vorbereite, würde diese
gut meistern, sagt Baumann. Resilienz könne man lernen.