9.
Schnuller sind abzuschaffen


Schnuller [1] sind keine Babysachen, sondern der
Schnuller muss weg. Schnuller sind mit giftigen
Gummi-Weichmachern derart gefährlich, dass sie in
den Mistkübel [2] gehören. Am Ende ist ein Schnuller
sogar Plastik-Sondermüll...

1.10.2009:
Schnuller abschaffen: Hormonell wirksame
Chemikalien im Schnuller (zumindest immer
Bisphenol A)
aus: n-tv online: Haushalt: Schnulleralarm:
Schadstoffe gefunden;
http://www.n-tv.de/ratgeber/test/haushalt/Schadstoffe-gefunden-article529594.html
<In
vielen Babyschnullern sind laut BUND hormonell
wirksame Chemikalien zu finden. In allen zehn
Saugern, die ein Testlabor im Auftrag der
Umweltschutzorganisation untersuchte, wurden
zumindest kleine Mengen Bisphenol A (BPA)
entdeckt. "Säuglinge und Kleinkinder reagieren
besonders empfindlich auf hormonartige Schadstoffe
wie Bisphenol A", sagte Ibrahim Chahoud,
Toxikologe am Berliner Universitätsklinikum
Charité.
Das
Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) in Berlin
führt zurzeit eine Risikobewertung des Falles durch.
"Die Daten sind Anlass, dies genau zu prüfen", sagte
eine Sprecherin, warnte aber vor Panik. Die
östrogenartig wirkende Substanz reichere sich nicht
im Körper an und werde schnell verstoffwechselt.
Der
Schnullerhersteller NUK wies die Vorwürfe zurück und
kritisierte das angewendete Analyseverfahren.
Aktuelle Prüfungen durch unabhängige Institute
hätten ergeben, dass keines der NUK-Saugteile BPA
enthalte.
dpa>
Kommentar
Schnuller können auch Krankheiten übertragen, können
leicht schmutzig werden, und können
Zahnfehlstellungen verursachen. In
"Entwicklungsländern" gibt es keine Schnuller,
sondern das Baby wird auf dem Rücken der
Mutter getragen. Die körperliche Nähe ist wichtiger
als ein Schnuller zur Ruhigstellung eines Babys.
Ohne Schnuller werden auch weniger Krankheiten
übertragen, und es gibt weniger Zahnfehlstellungen.
Michael Palomino 1.10.2009
https://help.orf.at/stories/3235200/
VKI: Jeder dritte Schnuller im Test mit Bisphenol A
Die Verwendung von Bisphenol A (BPA) ist in
Schnullern und Beißringen seit 2011 verboten.
Dennoch können Produkte verunreinigt sein, wie ein
Test des Vereins für Konsumenteninformation (VKI)
gezeigt hat. Sechs von 18 in Österreich
erhältlichen Produkten wiesen BPA-Spuren auf. Bei
einem über den chinesischen Onlinehändler Shein
bestellten Schnullerset wurde zusätzlich
Erstickungsgefahr festgestellt.
Die für den österreichischen Markt geprüften Marken
umfassen Alvär (Eigenmarke Action), Babylove und
Babylove Nature (Eigenmarke dm), Baby Nova, Bibs,
Canpol Babies, Grün Specht, Mam, Medela Baby, Nip,
NUK und Philips Avent. Zusätzlich wurden zwei
Produkte über die Plattform Shein erworben.
Eingekauft wurde in Drogerien, Supermärkten,
Online-Babyshops, Online-Naturgeschäften und
Online-Plattformen wie Amazon und Shein. „Spuren“
von BPA wurden laut VKI in folgenden sechs Produkten
nachgewiesen: Babylove Nature (Schnuller
Naturlatex), Babylove (Schnuller Silikon), Baby Nova
(Schnuller), Nip (Cherry Natur-Latex), NUK (Space
Night) und in einem auf Shein erstandenen
Schnuller-Set (2 pcs Set Shiny Luxury Rose Gold
Silicone Pacifiers).
Nürnberg Gummi, der Hersteller des Schnullers von
Nip betonte in einer Stellungnahme gegenüber dem
ORF, dass in der Produktion weder Bisphenol A noch
andere Bisphenole verwendet werden. Die Werte aus
dem Test könnten sich nur durch Umwelteintragungen
(Logistikumgebung, Verpackugnen, etc.) und
Nichtbefolgung der Anweisungen vor dem ersten
Gebrauch erklären, heißt es weiter. Der VKI habe
außerdem strenger als von der relevanten Norm EN1400
getestet.
Problematisches Bisphenol A
Bisphenol A ist in der EU als besonders
besorgniserregender Stoff eingestuft. Wegen seiner
Ähnlichkeit mit Östrogen kann er laut
Konsumentenschützern das menschliche Hormonsystem
negativ beeinflussen. Eine Exposition in
Entwicklungsstadien wie dem Säuglingsalter werde mit
Unfruchtbarkeit, hormonabhängigen Krebsarten und
neurologischen Störungen in Verbindung gebracht.
Es ist mittlerweile verboten, Schnuller und
Beißringe mit absichtlich zugesetztem BPA in
Österreich in Verkehr zu bringen. „Dass wir dennoch
mehrfach BPA nachweisen konnten, liegt daran, dass
Verunreinigungen leicht entstehen können, etwa in
der Produktionsanlage, beim Verpacken, durch das
Verpackungsmaterial selbst oder durch kontaminierte
Materialien im selben Produktionsumfeld. Selbst
Partikel in der Luft können eine Rolle spielen“,
sagte VKI-Chemikalienexpertin Birgit Schiller.
Auf solche Verunreinigungen durch Umwelteinflüsse
verweist auch Nürnberg Gummi, Hersteller des
Schnuller von Nip, in einer Stellungnahme gegenüber
dem ORF. Die Werte aus dem Test könnten sich
ansonsten durch Nichtbefolgung der Anweisungen vor
dem ersten Gebrauch (auskochen) erklären, heißt es
weiter. Der VKI habe außerdem strenger als von der
relevanten Norm EN1400 getestet.
Zwölf „sehr gute“ Schnuller
Dass es auch ohne BPA geht, beweisen laut VKI zwölf
getestete Produkte, die sowohl hinsichtlich
Schadstoffe als auch Sicherheit als „sehr gut“
bewertet wurden. Die Bestnote bekamen nur
Erzeugnisse, in denen kein BPA nachgewiesen wurde.
Untersucht wurden die Hauptbestandteile Mundteil und
Schild, die Methode geht über die österreichische
Prüfnorm hinaus. „Aber es geht hier schließlich um
die Gesundheit unserer Kinder“, so Schiller.
So wurde etwa statt Wasser mit 20 Grad Celsius eine
künstliche Speichellösung mit 37 Grad verwendet, um
eine mögliche Freisetzung von BPA realitätsnah zu
messen. „Außerdem haben wir auch das Mundstück
getestet und nicht nur den Schild, wie es die Norm
vorsieht.“ Vor allem wurde der Grenzwert strenger
angesetzt: Der in der Norm festgelegte Wert sei
„mittlerweile nicht mehr zeitgemäß und liegt etwa
zehnmal höher als die technisch vermeidbare Menge an
BPA in Materialien mit Lebensmittelkontakt“ von
einem Mikrogramm pro Kilogramm gemäß EU-Verordnung.
Erstickungsgefahr bei Schnullerset
Ein über die chinesische Billig-Plattform Shein
gekauftes Set fiel aufgrund der Schnullerkette durch
die Sicherheitsprüfung. Der Onlinehändler bietet das
Produkt in seinen EU- und UK-Shops nun nicht mehr
an. „Allerdings ist das gleiche Produkt in einer
anderen Farbe weiterhin erhältlich“, kritisierte
Schiller. Abgesehen davon bestanden sämtliche
Schnuller die mechanische Überprüfung auf
Sicherheit.
Mitarbeit: Veronika Mauler, ORF-News/Agenturen